Devote Frauen, dominante Männer und eine Villa

Eine Männerstimme liest liebevoll aus dem eBook Haus Justine vor
Devote Frauen dominante Männer und eine Villa aus dem eBook Haus Justine (c) Shutterstock

Das Haus Justine ist ein altes Schloss, in dem devote Frauen als Sklavinnen leben und dominante Männer sich vergnügen. Heiße BDSM-Szene, harte Sachen elegant beschrieben.

Nach diesen letzten aufbauenden Worten öffnete sie die schwere dunkle Tür am Ende des Korridors und sie betraten einen großen quadratischen Raum, nein, eine Halle, einen Saal, der an eine Moschee erinnerte und so unwirklich erschien, als stamme er aus einer von Georgs Geschichten. Er nahm die ganze Fläche des Pavillons ein und reichte über beide Stockwerke, in halber Höhe lief eine Galerie rundum, zu erreichen über drei Wendeltreppen. Das Dach bestand aus einer gläsernen Kuppel, durch die man den weißen, halbrunden Mond zwischen aufreißenden schwarzen Wolken sah. Hohe Fenster rundum gewährten Blick auf den hell erleuchteten Hauptflügel des Hauses, auf die beiden düsteren Seitenflügel, in den nächtlichen Park und auf zwei steinerne Figurengruppen rechts und links eines kiesbestreuten Wegs, die von gelben Scheinwerfern wie Denkmäler angestrahlt wurden, unbrauchbare Denkmäler allerdings, nirgendwo sonst als nur hier hätte man sie aufstellen können, obszön, wie sie waren. Cornelia wollte sie nicht näher in Augenschein nehmen, fand auch keine Muße dazu, war viel zu aufgeregt. Lichtes Blau war die vorherrschende Farbe, so waren die Wände zwischen den Fenstern getüncht und diese Farbe hatte der Teppichboden. Nur der Ring aus drei flachen Stufen, die wie in einer Arena hinunter zur tiefer liegenden Ebene führten, waren mit weißem Teppich abgesetzt. Runde Sitzkissen und bequeme Sessel waren ohne erkennbares System sowohl in der Arena wie auch oberhalb der Stufen verteilt.

Die Atmosphäre war knisternd, befremdlich, exotisch, ebenso unwirklich wie das Gebäude selbst, etwa zehn Mädchen befanden sich im Raum, jede trug das Kleid des Hauses und die Bänder, manche die lederne, andere die metallene Ausführung, zwischen ihnen tummelten sich sechs seriöse Herren in teuren Anzügen, jedenfalls sahen sie seriös aus, die meisten hatten die fünfzig mehr oder minder deutlich überschritten, nur einer war jünger, dreißig vielleicht oder knapp darüber. Auch der Fotograf watschelte auf seinen kurzen Beinen umher, nahm eines der Mädchen in den Sucher seiner Kamera, ohne dass sie es bemerkte, und schreckte sie auf mit dem grellen Blitz. Alle Blicke richteten sich auf die Neuankommenden und begleiteten sie die flachen Stufen hinab und zur Mitte des Raumes.

Jacqueline flüstere ihnen eine Anweisung zu wie Messdienern in der Kirche, die nicht wussten, was als Nächstes zu tun war: Auf die Knie sollten sie gehen. Oh. Auch wenn es ihr nicht leichtfiel, sank sie trotzdem zögernd nieder und sah aus den Augenwinkeln Ulrike das Gleiche tun. Ihre linke Hand wurde zum linken Fuß gezogen, der Schnappverschluss des Rings am Armband rastete im Ring des Fußbandes ein, ebenso wurde die rechte Hand an den rechten Fuß gekettet, hilflos kauerte sie auf dem weichen Teppich, konnte sich nicht mehr erheben und musste die Beine spreizen, wenn sie die Hände nicht gar zu unbequem nach hinten recken wollte, verschämt senkten sich ihre Lider. Wenn Georg das sähe, wie sie hier unter dem Blick der fremden Männer kauerte, was würde er wohl denken? Und was dachten die Männer, die hier waren und sie sahen? Das spielte keine Rolle, für sie war sie nicht Cornelia, keine Person, für sie war sie einfach nur ein Spielzeug wie die anderen Mädchen hier auch, und es spielte doch eine Rolle, sonst müsste sie sich nicht schämen.

Schutz, Betreuung und Bewachung waren nun offenbar nicht mehr vonnöten; Jacqueline ließ sich auf einem Sitzkissen nieder, um hier zu warten, bis irgendjemand Verwendung für sie fand, während Donna dem Wink des jüngsten der Männer folgte, sich zu ihm gesellte und leise aufseufzte, da sich seine Hand in ihr Kleid schob. Für einen Mann musste dieses Haus hier eine Art Paradies sein. Und für eine Frau die Hölle? Doch gab es ja gar keine Frauen hier, sondern nur Mädchen, was Cornelia angesichts des Umgangs mit ihnen und ihrer Rechtlosigkeit tatsächlich für die angemessenere Bezeichnung hielt.

In einiger Entfernung von Jacqueline saß noch ein anderes Mädchen untätig auf einem Sitzkissen mit geöffneten Knien, wie es sich gehörte. Schwarz war ihr Kleid, kupferrot das kurze Haar, weiß die Haut, schmal das Gesicht, grün waren die Augen und drall die runden Brüste mit den rosigen Höfen. Eine andere, die ein weißes Kleid trug und das dunkle Haar hochgesteckt hatte, saß auf einem Stuhl mit hoher Rückenlehne, die Hände rechts und links an Ringe im Rahmen der Sitzfläche gekettet. Ihre Miene war sinnlich verklärt, sie aalte sich erregt unter dem Blick eines Mannes, der im dunklen Anzug neben ihr stand und sie nicht berührte, es war nicht zu erkennen, woher ihre Verzückung rührte, vielleicht bot sie ihm mit schauspielerischem Talent nur eine reizvolle Aufführung dar.

Ganz in ihrer Nähe musste ein graziles blondes Mädchen ihr blaues Kleid zur Seite raffen, um einem Mann Blick zu gewähren auf ihren haarlosen Schoß, und unter der Empore waren die hocherhobenen Arme einer hochgewachsenen Brünetten mit kurzem, lockigem Haar und kleinen runden Brüsten an herabbaumelnde solide Ketten gefesselt. Sie hatte ein dunkelrotes Kleid an, ihr Kopf war an den Oberarm gelehnt, ihr Blick gesenkt; es sah so aus, als habe sie Grund zur Furcht.

Reglos blieb Cornelia knien, verlagerte nur das Gewicht vom einen Knie aufs andere, bloß nicht auffallen, bloß nicht die Aufmerksamkeit auf sich lenken, eine infantile Taktik, niemand konnte sie übersehen in ihrem rosa Kleid und der demütigen Haltung, immer wieder huschten die Blicke der Männer und auch der Mädchen zu den beiden Neuen herüber, noch aber ließ man sie schmoren in ihrer bangen Erwartung, noch blieben sie ohne Gesellschaft, jede für sich alleine.

Noch immer räkelte sich die Frau auf dem Stuhl in ihrer unerklärlichen Lust, nun aber trat der wenig einnehmende Mann neben ihr näher, er war klein, hatte eine Halbglatze, einen dicken Bauch, ein feistes Gesicht, seine wurstigen Finger öffneten den Reißverschluss seiner Hose und er steckte den Penis in ihren Mund, als gäbe es nichts Selbstverständlicheres, sie lutschte ihn hingebungsvoll, auch für sie schien es völlig normal zu sein.

Gleich darauf wurde eine der drei Türen geöffnet und drei Männer kamen herein, zwei waren noch jung, unter dreißig vermutlich, der dritte um viele Jahre älter. Sie näherten sich zielstrebig der Braunhaarigen, die angekettet unter der Empore stand, und einer der beiden Jüngeren, ein hagerer Mann mit kurzem aschblondem Haar legte die Hand unter ihr Kinn, hob ihren Kopf an und küsste sie auf den Mund, ein inniger Zungenkuss, den sie mit geschlossenen Augen erwiderte. So nahe befanden sie sich bei Cornelia, dass sie seine Worte verstehen konnte, als sich ihre Lippen wieder voneinander lösten. »Elvira, mein Schatz, du weißt, wie sehr ich dich liebe.« Der Hauch eines Lächelns erblühte in ihrer Miene und sie versuchte die Hand zu küssen, die ihre Wange streichelte, während sein Blick zum Mädchen mit dem kupferroten Haar schweifte, die noch immer verträumt auf dem Kissen saß, sich nun aber erhob, um dem knappen Wink seines Fingers zu folgen. Man schien sich zu kennen, jedenfalls sprach er sie mit »Barbara« an, als er ihr befahl, der Braunhaarigen aus dem Kleid zu helfen. Sie tat, wie ihr geheißen, öffnete die Ringe der Träger und lockerte die Schnüre am Rücken, zerrte es herab und ließ es zu Boden sinken, enthüllte den knabenhaften Körper mit der zarten Haut und dem glatten unbehaarten Schoß. Dann trat sie rasch zwei Schritte zurück, wie um sich in Sicherheit zu bringen, da der Blonde nach einer einschwänzigen langen Peitsche griff, die an einem Haken an der Wand hing. Zärtlich streichelte er über Elviras Haar. »Sage mir, dass du mich liebst.«

Die Antwort kam ohne Zögern und war vermutlich nicht gelogen. »Ich liebe dich, Andreas …«

Ihre Worte endeten in einem Schluchzen, da die Peitschenschnur ihren Rücken traf, gepeinigt bäumte sie sich auf und der nächste Hieb trieb einen erstickten Schrei von ihren Lippen. Entsetzt schloss Cornelia die Augen, die Ohren aber ließen sich nicht verschließen, fast war es ihr, als würde sie selbst gepeitscht werden; auch für sie war es eine Erlösung, als Elvira die Tortur endlich überstanden hatte und ihr Wimmern allmählich verebbte.

Nach und nach kamen neue Männer in den Raum. Einer von ihnen ließ sich in einem Sessel nieder, um das seltsame Treiben um sich herum tatenlos zu beobachten wie im Kinosessel, ein anderer marschierte schnurstracks auf eines der freien Mädchen zu und begrapschte sofort ihre Brüste, als wären sie zu nichts anderem da, und ein dritter setzte sich auf einen der hohen Hocker an der Bar, die in einer Ecke unter der Empore untergebracht war und hinter der eine Frau mit goldenem langem Haar stand, bekleidet mit einer kleinen Servierschürze und sonst nichts. Metallene Bänder wiesen sie als Sklavin aus und sie sah aus wie ein Engel mit ihrem vollen sanften Gesicht und den großen blauen Augen. Eine lange Kette verband ihr Halsband mit einem eisernen Ring an der Wand, als befürchte man, dass sie engelsgleich entschweben wolle.

Ein kleiner dicklicher Mann näherte sich Ulrike, flüsterte ihr etwas ins Ohr und trat einige Schritte zurück, um sich dann lächelnd zu betrachten, wie sie ihm mühsam folgte auf den Knien. Es war ein würdeloses Bild, von dem Cornelia den Blick gleich abwandte, ohne aber woanders etwas Würdevolleres zu sehen. Vom Penis inzwischen verlassen, leckte sich die Frau, die sich noch immer erregt auf dem Stuhl aalte, die Überbleibsel des Mannes von den Lippen, während er ihre Hände von den Fesseln befreite, und als sie sich seufzen erhob, sah Cornelia, weshalb sie so aufgewühlt war: ein dicker weißer Dildo ragte von der Sitzfläche auf, offenbar fest installiert. Wer sich da draufsetzte, musste die Lust nicht schauspielern, die kam dann von ganz allein. Auch Elvira war inzwischen von den Ketten befreit und kniete vor dem Blonden mit seinem Penis im Mund. Mit der Peitsche noch in der Hand wandte er sich lächelnd an seine Begleiter. »Nach ein paar Hieben lutscht sie ihn besonders schön, dann ist dankbar, dass man sie nicht noch länger leiden lässt.«

In diesem erhabenen Pavillon ging es zu wie in Georgs Geschichten, roher noch; nie hätte Cornelia für möglich gehalten, dass es so etwas tatsächlich noch gab in einer zivilisierten Welt. Doch war es nicht imaginär, es war echt, so echt wie die Ringe, die ihre Hände an die Füße fesselten, alles geschah in Wirklichkeit, es war kein Traum, sie konnte das Manuskript nicht schließen und sich verwundert die Augen reiben, das Geschehen nahm unausweichlich seinen Lauf.

Diese Leseprobe ist ein Auszug aus dem erotischen eBook „Haus Justine“ von Jürgen Bruno Greulich.

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