Die Illusion der Treue

Die Illusion der Treue Illusion der Treue

Treue ist auch keine Lösung – dieses eBook verrät warum
Gleich vorweg: Das eBook „Treue ist auch keine Lösung“ ist nicht die richtige Lektüre, wenn dein Partner dich gerade betrogen hat und du im Liebeskummer ertrinkst. Es ist ein eBook, das weh tut, weil es die Wahrheit ausspricht.

Die Illusion der Treue

Es liefert keine vorgefertigten Lösungsvorschläge, sondern bringt uns durch Insekten-Inzest und geistreiche Dieter Bohlen Zitate zum Nachdenken über die Liebe.
Mit der gewagten These „Treue ist Liebe – Untreue auch“ beginnen Holger Lendt und Lisa Fischbach – beides Psychologen – das eBook „Treue ist auch keine Lösung“. Die beiden sind sehr belesen und wirklich intelligent. Schade ist allerdings, dass das eBook „Treue ist auch keine Lösung“ von diesem Wissen überfrachtet ist. Fremdwörter durchziehen jeden Satz, auf Zitate Friedrich Schiller, Hermann Hesse und Goethe folgt eins von Dieter Bohlen.


Insekten-Inzest macht Untreue normal. Und Treue Unnormal.

Dass die Untreue zu unserer Natur gehört, versucht „Treue ist auch keine Lösung“ an Beispielen aus der Tier- und Insektenwelt zu beweisen. „Bienenköniginnen lassen sich im inzestuösen Gruppensex im Höhenflug von bis zu zwanzig ihrer Söhne nacheinander begatten.“ Schönes Beispiel, das Untreue auf einmal ganz natürlich aussehen lässt. Einfach von der Natur lernen – oder wie in diesem Fall, vielleicht auch besser nicht.

Die Autoren gehen aber noch einen Schritt weiter und kriminalisieren die Treue.

„Es sterben Menschen an der Monogamie!“, sind sie sich sicher. Also liebe Leser, vergesst Kriege, die Monogamie wird uns alle töten. Als Holger Lendt und Lisa Fischbach dann noch in die Bibel bis hin zu Adam und Eva ausschweifen, musste ich das eBook beziehungsweise meinen Laptop erst einmal zuklappen. Sorry, ich will nicht Theologie studieren – erst recht nicht durch einen Beziehungsratgeber wie „Treue ist auch keine Lösung„.

Zwischen Serienmörder und Gott

Auf eine irre Mischung aus Serienmörder Jeffrey Dahmer, Gott und Udo Jürgens folgt dann das, um was es eigentlich geht: Treue, Liebe, Beziehung. Wer auf große Ausschweife in das Allgemeinwissen der Autoren keine Lust hat, der sollte die ersten paar Dutzend Seiten von „Treue ist auch keine Lösung“ überblättern.
Auch wenn es die Autoren mit ihren Ausführungen oft übertreiben, zeichnet das eBook Treue ist auch keine Lösung vor allem eins aus: Es ist auf hohem Niveau geschrieben, von echten Experten.

Die nicht die ultimative Lösung parat haben, sondern nur Vorschläge liefern, wie wir unsere Beziehung glücklicher gestalten können – mit Treue, mit Treue in bestimmter Hinsicht oder eben ohne Treue.

Treue ist auch keine Lösung – oder doch?

Lisa Fischbach und Holger Lendt propagieren nicht die Untreue.

Sie desillusionieren sowohl den Menschen, der an die absolute Treue glaubt als auch den, der die Affäre lebt. „Jede monogame Beziehung, wie sie bisher war, stirbt durch Untreue“, stellen sie fest.

Durch Geschichten aus dem wahren Leben zeigen sie, was heimliche Untreue anrichten kann und warum wir uns selbst unserer eigenen Treue zu unserem Partner nie sicher sein können.
Was bei diesen Schilderungen fehlt, ist Sicherheit. Das Lesen von „Treue ist auch keine Lösung“ tut weh, auch wenn einen der Partner nicht gerade betrogen hat. Doch es entspricht der harten Realität, mit der wir irgendwie klarkommen müssen. Es regt zum Nachdenken an und empfiehlt sich auch als Lektüre für Paare, die die erste Phase des bedingungslosen Verliebtseins bereits überwunden haben.

Um sich gemeinsam zu fragen, wie Treue in der Beziehung gelebt werden sollte und wie beide damit glücklich werden können.

Treue ist auch keine Lösung erfordert allerdings Geduld. Die ausufernde Schreibweise und weit hergeholte Beispiele von Killern gepaart mit Poptitan Dieter Bohlen hinterlassen nach dem Lesen einen üblen Nachgeschmack auf der Netzhaut. Wer allerdings über Treue, Untreue und Liebe philosophieren will, erhält hier den wohl besten Denkanstoß in Form eines eBooks. Einfach versuchen, Dieter Dahmer, Jeffrey Bohlen, Udo Goethe und Johann Wolfgang von Jürgens auszublenden und sich auf das Schlusswort der Autoren zu konzentrieren: „Wir denken an Liebe!„.

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