Nach Beschissen kommt Besser.

Oversexed [ 1 ]
Nach Beschissen kommt Besser Fotoquelle giada.berlin

 

Besser… für uns manchmal ein Wort das in weiter Ferne liegt. Die Situation sieht so verfahren aus, wir fühlen uns so hilflos und schlecht…

… es kann einfach nicht mehr besser werden. Nur noch schlimmer. Aber das wird es nicht. Wenn wir positiv bleiben und vor allem ruhig, lernen wir aus Situationen, die sich echt beschissen anfühlen. Eigentlich sind missliche Lagen im Leben genau das, woraus wir lernen. Also ein Hoch auf missliche Lagen! Auf das sie nie Besser werden!

 

Besser man lässt mich in Ruhe

Das ist so, als ob ein großer, mühsam aufgebauter, liebevoll drapierter Haufen Schei*** zusammenbricht. NEIN, ich weiß auch nicht wieso jemand so einen Haufen überhaupt irgendwo liebevoll drapieren sollte. Aber so fühlt es sich nun mal an, wenn alles schief geht. Ich stütze meinen Kopf an der kalten Wand hinter mir ab. Das tut gut. Die Kälte bringt irgendwie den Verstand zurück in meinen Schädel. Das kann doch nicht wahr sein! Gerade ist alles so aussichtslos. Den Job, den ich so gerne gemacht hätte – vorbei. Die Beziehung, die so perfekt lief – ein großes Chaos. Der Plan, den ich mir zusammengestellt hatte – zerplatzt. In viele winzige Einzelteile.

Wenn ich noch etwas Kraft hätte, dann würde ich diese kleinen Biester von Einzelteilen eigenhändig in noch winzigere, unsichtbare Fetzen reißen. Aber ich bin müde.

Müder als jeder Braunbär, der gerade Winterschlaf hält. Oh ja, so ein Winterschlaf wäre jetzt eine gute Sache. Ich bin dann mal weg, ihr Arschl*****. Kommt alleine klar. Ich SCHLAFE! Und für diejenigen, die es noch nicht wissen: Wer mich beim Schlafen stört, kann sich auch gleich eingerieben in eine eklig stinkende Lachspaste vor einem Mob wütender Bären platzieren. Nach dem Winterschlaf. Dann, wenn sie alle richtig schön hungrig sind.

 

Als Daddy´s Girl war alles besser

Es ist manchmal so ungerecht. Dann, wenn alles schief geht, fühle ich mich wie ein 9-jähriges Mädchen, dem man grade das Barbie Traumhaus kaputtgetreten hat. Ich will schreien und fluchen, an meinen Zöpfen reißen und irgendwem gegen das Schienbein treten. Aber wir sind ja erwachsen. „Contenance!“, würde meine Mutter sagen. Und die bewahre ich auch. Natürlich. Ich hab teures Make-Up im Gesicht. So eine Schreiattacke würde mir nicht gut stehen. Aber im Ernst jetzt!!

Wieso bricht manchmal alles zusammen? Kann es wieder besser werden?

Ich dachte immer, ich baue meine Kartenhäuser auf sicherem Boden. Aber manchmal genügt das wohl nicht. Manchmal zerplatzen Wünsche und manchmal halten diese doofen Traumhäuser einfach nicht, was sie versprechen. Und diese erdrückende Hilflosigkeit wirft mich zurück in meine Kindheit. Da war’s doch viel einfacher. Ich war Daddys Girl!! Wenn jemand gemein zu mir war gab’s n Lutscher, später dann die neuste DVD und irgendwann 100€ für Klamotten. PERFEKT. Dahin will ich zurück.

 

Besser im Zirkus als in der Hölle

Man, mittlerweile ist auch die Wand nicht mehr kalt. Oder mein Kopf einfach so aufgeheizt, dass alles nichts mehr bringt. Eine Runde an der frischen Luft wird gut tun. Die wildesten Hexenflüche knurrend bewege ich meinen faulen Körper nach draußen. Gut, dass der Wind so wunderbar frisch ist. Er muss mir schließlich meine Flausen austreiben, meinen Kopf abkühlen und meine Gedanken sortieren. Und dann denke ich an das, was mir mal ne gute Freundin gesagt hat:

„Manchmal muss alles schief laufen, damit es danach wieder besser werden kann.“

Ob sie wohl Recht hat? Bestimmt. Sie hat immer Recht. Und wenn ich so über alles nachdenke, muss ich sogar schmunzeln. Mein Leben ist wie ein großer Rummel. Ja, wirklich. Ich bin hier der hauseigene Clown, der immer mal wieder über seine eigenen Füße stolpert oder mit voller Wucht ne Torte in die Fresse kriegt. Ich bin umgeben von verrückt gewordenen Zauberern, grusligen Winzlingen und merkwürdigen Frauen mit Gesichtsbehaarung. Aber so war es schon immer. Ich fahre diese Achterbahn schon mein ganzes Leben und, immerhin, bisher musste ich noch nie dabei kotzen.

 

Wenn alles besser kommt, als man denkt

Ich liebe mein Leben. Hier gibt es halt keine „geraden Linien“ oder eindeutige Wegweiser. Dafür aber bunte Karussells, übertrieben süße Zuckerwatte, und Ponys. ÜBERALL PONYS.
Eine Sache fällt mir aber heute besonders auf: In meiner chaotischen Welt gibt es doch etwas, was mich am Boden hält. Diese eine beständige Sache, die mich immer wieder auffängt: Die besten Freunde der Welt und den stärksten Rückhalt, den ich mir wünschen kann. Sie sind da, wenn ich nicht mehr weiß, an welcher Ecke ich meinen Kopf verloren hab. Dann, wenn mir der Glitzer ausgeht und sogar wenn ich am Telefon heule und mich anhöre wie eine gequälte Ente. Es muss nicht immer alles so laufen wie man denkt.

Der Punkt ist, dass man manchmal Hilfe braucht, um das wilde Chaos zu durchblicken, das sich Leben nennt.

Und wenn man es dann schafft, irgendetwas Gutes aus dieser misslichen Lage zu gewinnen, dann ist doch alles anders gekommen als man denkt: viel besser nämlich. Contenance, Freunde. Immer schön ruhig bleiben.

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