Perlensäue – Schmuck und Liebe und am besten Nackt

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Perlensäue im Interview Fotoquelle giada.berlin (Jacob links, Nina rechts)

 

Da saßen sie nun, die Perlensäue, in meinem Wohnzimmer. Mit Wein und anderen Utensilien. Die blauen Rauchschwaden kräuselten sich durch mein Wohnzimmer. So mag ich das am liebsten.

Ein Interview in, sagen wir mal, entspannter Atmospähre. Aber entspannt ist es mit Jacob und Nina, den Perlensäuen, wie sie ihr Schmucklabel nennen, immer. Ich habe sie so lieb gewonnen und bin so begeistert von ihrem Schmuck, dass ich unbedingt dieses Interview wollte. Aber nicht nur ich. Bekannte Models, Celebrities und berühmte Fotografen lichten das Duo aus Berlin mit ihrem Schmuck immer wieder ab. Wie sie da so sitzen- gelassen, lachend und unglaublich herzlich und stark- fällt mir nur ein Satz ein:

Giada: Ihr seid definitiv Freaks.

Nina: Wenn ich vor Vorurteilen stehe, verspüre ich den Drang, durch zivilen Ungehorsam, durch Unangepasstheit den Leuten zu zeigen: „Hey, das ist nicht ok, wie Ihr denkt!“

Nina von den Perlensäuen

Giada: Was sind die drei wichtigsten Sachen im Leben?

Jacob: Das ist eine krasse Frage…
1. Die eigene Grenzen immer wieder zu durchbrechen
2. So viel Frieden wie möglich zu verbreiten
3. Sich selbst ausleben zu können

Nina: Frieden, Freude und Eierkuchen.
Ich fände es einfach schön, wenn Menschen liebevoller miteinander umgehen würden, und ich würde gerne dazu etwas beitragen.

Giada: Was hat Schmuck mit dem Weltfrieden zu tun?

Nina: Leider nicht viel, aber wenn ich glücklich bin mit dem, was ich mache, dann kann ich hoffentlich viel von dieser positiven Energie anderen Menschen abgeben.

Giada: Wie bist du zum Schmuck gekommen?

Nina: Ich war früher bei der Crystal Mafia. Wir waren ein Frauen-Kollektiv, das durch die Clubs gezogen ist. Wir waren in Moskau und Berlin, wir haben unsere eigenen Kostüme gemacht.
Einmal habe ich 100 Ketten aus Nudeln gemacht, das sah echt gut aus. So dachte ich mir „Hey voll easy, und sieht voll gut aus!“ und als ich mit der Crystal Mafia aufhörte, wollte ich mit meiner Freundin Tanja Henning Wäsche machen, aber da keine von uns nähen konnte, haben wir angefangen, Schmuck herzustellen. Das erste Teil war ein unglaubliches Perlen-Teil, ein Mörderteil mit einer Milliarde Perlen.
So kam auch der Namen Perlensäue.
(Jacob wurde erst etwas später Teil der Perlensäue, Anm.d.Red.)

Perlensäue bei der Arbeit

Giada: Was treibt Euch bei der Arbeit an?

Jacob: Ich war schon immer auf der Suche und offen für Neues.
Wenn ich mich an ein neues Schmuckstück setze, will etwas kreieren, etwas, das über alles geht, was ich bisher gemacht habe, ich will noch einen drauf setzten, über meine eigenen Grenzen gehen. Etwas tun, was bis jetzt noch niemand gemacht hat.

Ich suche mir auch gerne schwierige Körperteile aus, die ich schmücken kann… vielleicht einen Oberschenkel, da ist es extrem schwierig, Schmuck zu befestigen, Oder Grillz. Die sind verpönt, weil sie in der Hip-Hop-Szene so angesagt sind und Viele sagen: „Was ist das für ein Schwachsinn?“, aber ich finde, es ist eine super coole Art von Schmuck, das hat mit einer anderen Kultur zu tun, die wir vielleicht nicht verstehen. Deswegen wollen wir Grillz mit der Fashion-Szene verbinden. Wir wollen neue Sachen finden und mit bestehenden verbinden.

Nina: Jacob arbeitet viel mit anderen Materialien als ich, er ist sehr Metall bezogen. Ich arbeite gerne mit Leder, PVC, Fransen.
Er ist ein anderer Mensch als ich: Er beschäftigt sich zum Beispiel sehr mit…ätzen, ich denke mir „ätzen, das hört sich schon ein bisschen ätzend an…“.

Jacob: Und trotzdem sind wir auf eine gleiche Wellenlänge.
Ich habe nie in einer Goldschmiede gearbeitet, aber ich tue es jetzt. Ich suche den ganzen Tag nach neuen Techniken, ich will meinen Handlungsfreiraum erweitern.
Ich stoße immer wieder an Probleme mit der Statik, und deswegen suche ich ständig nach Lösungen: „Wie kann ich meine Idee so umsetzten, dass mein kreativer Input als Objekt dasteht?“. Ich lerne sehr gerne. Manchmal recherchiere ich stundenlang im Netz, und ich freue ich mich dann wie ein Kind, wenn ich die richtigen Infos finde. Eine Stunde vorher dachte ich mir „verdammt, wie geht denn das…??!“,und dann ist nach langem Suchen die Lösung da. Das macht mich glücklich! Ich will mehr wissen.

Giada: Dann seid ihr gar keine Hedonisten? Hedonisten sind einfach Leute, die nicht arbeiten, die nur das Leben genießen, der Tag muss schön sein, und alles ist gut…

Jacob: Für mich ist genau das schön. In der Schule müssen wir Sachen lernen, die vielleicht wichtig sind, aber wir lernen nicht, worauf wir Lust haben. Vielleicht bin ich kindlich, aber ich spiele, ich spiele den ganzen Tag und lerne neue Sachen, für mich ist meine Arbeit mein Hobby.

Nina: Ich arbeite sehr gerne, wenn ich nicht nichts mache, juckt es mir in den Fingern.

Giada: Ihr arbeitet mit wunderschönen Models und gehypten Fotografen. Passt euer Schmuck nur zu Schönen und Coolen?

Die Perlensäue bei der ArbeitJacob: Wir arbeiten nicht nur mit glanzpolierten Models zusammen, weil wir Makel richtig cool finden. Perlensäue ist für Menschen mit einer schönen Persönlichkeit.
Wenn Menschen etwas ausstrahlen, dann sind sie perfekt für unseren Schmuck.
Perlensäue ist ein Statementschmuck, sowas trägt man nicht normalerweise.
Zu wem sollte es besser passen, als zu Persönlichkeiten, die das auch ausstrahlen wollen.

Giada: Was für Charaktereigenschaften haben denn die Menschen, die euren Schmuck tragen?

Nina: Das sind definitiv Menschen, die keine Angst davor haben, die Gesellschaft mit ihrem Äußeren zu konfrontieren, also ein bisschen Selbstsicherheit gehört dazu. Menschen, die offen sind für das Neue und keine Angst haben, zu polarisieren. Unsere Teile sind sehr innovativ und werden gerne von Menschen getragen, die keine Angst vor Veränderungen haben.

Giada: Wie viel hat euer Schmuck mit Sex zu tun?

Nina: Ich finde, wenn man Schmuck auf nackter Haut trägt, sieht es einfach am schönsten aus.

Jacob: Für mich hat sich das eigentlich von selbst entwickelt, dass wir in diese Fetisch-Ecke gedrückt wurden. Deutschland ist noch sehr traditionell, was Schmuck angeht. Da werden innovative, noch nicht gekannte Teile erstmal in eine Fetisch-Ecke gedrückt. Wenn jemand nackt rumläuft, hat es immer was mit Extrovertiertheit zu tun. Wenn jemand mit unserem Schmuck rumläuft, hat es auch etwas mit Extrovertiertheit zu tun. Vielleicht ist das die Schnittstelle.
Wenn jemand wirklich unseren Schmuck nackt trägt, dann ist das einfach so – BÄM! Wir verkörpern unsere Attitüde auch in unserem Schmuck. Und wenn jemand wirklich nackt unseren Schmuck trägt, dann steht der Mensch hundertprozentig zu seinem Körper. Und das ist toll!

Giada: Wo trifft man die Perlensäue in Berlin? Wo feiert ihr?

Jacob: In der CoBa Bar sind wir sehr oft, Skalitzer Straße, im Sommer gerne in der Else, zum Beispiel.

Nina: Im Trust ist es auch schön, das gehört Freunden.

Giada: Gibt´s die wahre Liebe?

Perlensäue aus Berlin

Berlin´s hippstes Schmucklabel. Fotoquelle: Instagram Perlensäue

Nina: Es ist jedes mal die wahre Liebe oder?

 

 

 

 

 

 

 

Ihr findet die Perlensäue auf Facebook Instagram oder auf ihrer Homepage!

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