Pony-Girls. Erotisch oder krank?

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Pony-Girls Fotoquelle giada.berlin Schmuck Perlensäue

 

Pony-Girls: Der neue Trend des BDSM

Man kann es ignorieren oder verdorben und pervers nennen, doch ist es mittlerweile ein sehr populäres Thema: Fetischismus, Bondage, Dominanz, Submission. Die BDSM-Spielarten gehen weit zurück in der Geschichte. BDSM (Bondage, Dominance, Submission, Masochism) ist also nicht, wie viele denken, ein Trend unseres Jahrhunderts. Unsere Gesellschaft bot schon immer ein buntes Spektrum an Unterschieden und verschiedenen Vorlieben, auch oder gerade im Bereich der Sexualität: Wir finden in den Klassikern der erotischen Literatur viele Spuren von BDSM (auch, wenn das damals noch nicht so hieß), als Beispiele will ich nur „Die 120 Tage von Sodom“ oder das „Satyricon“nennen. Sogar das „Kamasutra“, als ältester Sex-Ratgeber der Welt, beschreibt, wie man Schläge als sexuelle Stimulation ausüben kann, ohne dabei etwas beim Partner kaputt zu machen.

 

BDSM, der neue, uralte Trend beim Sex

Wenn man sich eine Weile damit beschäftigt, findet man in vielen erotischen Büchern aus allen Zeiten der Literatur mehr oder weniger explizite Beschreibungen von BDSM. Sex und Dominanz waren schon immer ein beliebtes Doppelpack. Der Trend ist also nicht neu und wurde nur durch den Boom der eBooks seit ca. 2011 noch einmal angefeuert. In diesem Jahr erschien „Shades of Grey“ von E.L. James und löste eine wahre BDSM-Hysterie aus: Im eBook-Shop von Giada sind die meist gekauften erotischen eBooks nicht die romantischen Erotik-Geschichten, sondern die härteren Sex-Bücher, in denen gefesselt, geschlagen und dominiert wird.

Schätzungsweise 25% der sexuell aktiven Deutschen haben die eine oder andere Spielart von BDSM schon ausprobiert. Handschellen sind normal geworden in deutschen Schlafzimmern und niemand ist mehr schockiert, wenn die Nachbarin mal wieder laut schreit, weil ihr Mann ihr den Hintern beim Sex versohlt.

Doch die meisten von uns bleiben beim gelegentlichen Spanking, Fessel- oder Rollenspielen. Eine kleine Gruppe von abenteuerlustigen Paaren jedoch geht viel weiter. Der neue Trend heißt: Petplay. Das ist die wahrscheinlich kleinste Nische des Fetischismus, aber auf jeden Fall die visuell anspruchsvollste.

Petplay, die Luxus-Nische des Sex

Beim Petplay wird mindestens einer der beiden Partner als Tier verkleidet, bzw. spielt die Rolle eines Tieres, zum Beispiel eines Hundes, einer Katze oder eines Pferds. Der andere Partner dominiert dieses Tier dann meist. Dabei unterscheidet sich die Zoomimik vom Petplay dadurch, dass beim Petplay die Unterwerfung als sexuelle Stimulation im Vordergrund steht, bei der Zoomimik eher die Verwandlung in ein anderes, animalisches Wesen. Beide sind die Luxus-Varianten des Sex, weil es kaum aufwendigere Spielarten als diese gibt:

Ich habe mich mit dem Thema petplay und der Zoomimik oder auch Tiertransformationsphantasien beschäftigt.

 

Die mittlerweile bekannteste Variante ist wohl die des Pony-Girls.

Es gibt schon ganze Szenen von Fans für Ponyplay-Sexspielen. Wenn ihr mal reinschnuppern wollt, schaut euch die Seite www.ridingboard.com an oder holt euch das erotische eBook „Bärenmädchen“ von Luca Berlin im eBook Shop von GIADA.BERLIN.

Das Leben ist eben doch ein Ponyhof

Ich kann inzwischen den Antrieb einiger Frauen nachvollziehen, sich zum Pony-Girl „abrichten“ zu lassen. Erst schien es mir ziemlich absurd zu sein, wenn eine erwachsene Frau sich in ein Pferde-Geschirr und eine Art Maskerade stecken und sich Zaumzeug über den Kopf ziehen lässt. Einige Pony-Girls lassen sich dann sogar richtig vor einen Wagen, meist eine Art Sulky spannen und ziehen dann, angetrieben von der Peitsche ihres Herren, den Wagen hinter sich her. Ganz wild wird es, wenn das Pony-Girl sogar einen Pferdekopf aufgesetzt und Hufe umgeschnallt bekommt . Als ich so eine Show das erste Mal gesehen habe, dachte ich mir, dass eine Frau, die so etwas mit sich machen lässt, keinen Herren, sondern einen Psychotherapeuten braucht. Bei diesen Mädels helfen keine Sextipps, sondern nur noch Tabletten. Dachte ich.

Aber inzwischen weiß ich, dass die Verwandlung in ein Tier durchaus tiefe Erregung und Befriedigung erzeugen kann, dass man dazu viel erotische Tiefe und auch Mut aufbringen muss und ja, dass die Rolle als Pony-Girl auch einen großen Teil Befreiung mit sich bringen kann. Das Leben kann eben doch ein Ponyhof sein.

 

Ich habe mich etwas umgehört und auf diversen online-Seiten über Pony-Girls immer wieder diesen Genuss an der Unterordnung als Hauptmotiv festgestellt.

Aber Unterordnung eher im erotischen Sinne von Kontroll-Abgabe und Aufgabe von Unsicherheiten. Pony-Girls sind frei, einfach sexuell und sinnlich zu funktionieren, ihren Instinkten zu gehorchen, nicht mehr zu denken, einfach zu hören, zu spüren und ihre Sinne zu genießen- wie ein Tier. Die (freiwillige) Aufgabe der menschlichen Selbständigkeit und des eigenen Willens, das Abtauchen in die Ebene der animalischen Empfindungen, kann eine tiefe Befriedigung bringen. Das Pony-Girl denkt nicht, es lebt im Moment. Es weicht dem Schmerz aus und geht auf die Lust zu. Es beurteilt nicht, es hat keine Angst mehr, es muss nicht agieren, nur noch reagieren auf die Wünsche / Befehle seines Herrn. Das Tier kann viel tiefer fühlen als die Frau, die sich dahinter verbirgt.

Ein Fetisch-Model, das oft als Ponygirl „arbeitet“, machte mir die Freude vieler Frauen am Petplay als Pferdchen das erste Mal begreifbar. Sie sagt, dass sie nicht mehr sie selbst sei,wenn sie in die Rolle des Pony-Girls schlüpfe. Sie werde dann zu einer anderen Persönlichkeit, nehme die „Wesenszüge eines Ponys“ an und denke komplett „in anderen Dimensionen“.
Alles verändere sich als Pony-Girl, meint sie.

Sie reagiere dann nur noch auf Berührungen und Gesten, die übliche, menschliche Konversation zähle dann nicht mehr für sie, sie schalte quasi ihr Sprachverständnis ab.

Sie sagt:“Ich spüre das Tippen der Gerte als Anweisung für bestimmte Bewegungen, ich fühle, wie mich die Zügel über die Trense im Mundwinkel nach rechts oder links führen, ich spüre deren Klatschen auf dem Rücken, damit ich schneller laufe, ihren Zug nach hinten, damit ich langsamer werde oder ganz stehen bleibe. Ich spüre das Streicheln als Lob und das Beißen der Gerten-Hiebe als Bestrafung.“

Die Verwandlung in eine andere Wesensart sei für sie kein Spiel, sondern Realität. Sobald sie in die Rolle als Pferd geschlüpft ist können sie das Denken wirklich abschalten, sich ganz dem Gefühl hingeben.

Und dieses Gefühl sei oft viel stärker als alle Empfindungen, die sie sonst, im Leben als Frau, spüren könne. Sie berichtet von erotischen Erfahrungen, die sie „manchmal an die Grenzen meines Bewusstseins“ führen.
„Pony-Girl zu sein bedeutet für mich den Eintritt in eine andere Welt. Eine Welt der Phantasie, der Erotik, der Sinnlichkeit. Ich lasse mich fallen in eine Welt, in der nur das Fühlen zählt und alles andere herum nicht mehr wichtig ist…“
So hat mir dieses Pony-Girl gezeigt, dass die Verkleidung, die anfangs so absurd erscheint, einfach nur das Mittel ist, um das komplette Abtauchen in eine erotische Parallelwelt zu ermöglichen: Mit kompletter Ausrüstung bis ins Detail, Zaumzeug und Trense, Zuziehen des Brustkorbes (um Tierlaute zu erzwingen) und Scheuklappen, damit das Pony-Girl nur den Weg im Auge behält und sich ihre Erregung steigert, weil Sie nicht weiß, wer sie wann von hinten berührt oder dominiert.

Dann noch ein Pferdeschwanz, durch einen Anal-Plug befestigt, Keuschheitsgürtel mit Schloss, damit der Herrscher, genau weiß, dass sein Pony vor Übergriffen und Belästigungen Dritter geschützt ist, perfekt ausgestattet für Erziehungsmaßnahmen, bis hin zu Halsband, Brustglöckchen und Ponystiefeln mit echtem Hufeisen,… zur Verfeinerung des Gesamtbildes gibt es unendlich viele Möglichkeiten, um beim Ponyplay die Frau einem Pferd ähneln zu lassen.

 

Es mag noch eine kleine Nische sein, aber die Petplay-Freunde werden immer mehr.

Der neue Trend im BDSM heißt Zoomimik und bestätigt nichts anderes als den wachsenden Wunsch vieler überzivilisierter, moderner Menschen, wieder Kontakt zu ihren animalischen Trieben aufzunehmen. Warum dabei das Pferd so eine starke Rolle beim petplay spielt, lässt sich wohl auf die Affinität vieler Frauen zurückführen: Fast jede Frau träumte sich als junges Mädchen in eine Pferdewelt. Und als Pony-Girl kann sie an diese Gefühle anknüpfen. Für Männer wiederum ist das Pferd seit jeher ein faszinierendes, edles Tier, das einerseits Wildheit, andererseits absolute Gefügigkeit symbolisiert.

Ponyplay mag extrem, etwas absurd, nicht für jeden Geschmack und vielleicht nicht als Sex-Tipp für den Party-small talk geeignet sein, aber die Faszination ist nachvollziehbar.

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