Warum Sklavinnen kein Höschen tragen dürfen

Warum Sklavinnen kein Höschen tragen dürfen: Auszug aus Haus Justine
Warum Sklavinnen kein Höschen tragen dürfen (c) Shutterstock

Interessanter Auszug aus dem BDSM-Roman „Haus Justine“. Eine Unterhaltung über die Regeln, denen eine Sklavin unterworfen ist, mit FFM-Sexszene am Ende.

»Aber warum hat man das getan?«

»Warum?« Cornelia zuckte mit den Achseln. »Weil ein Mädchen nie so schön ist wie danach und nie so offen und weil es gefügig macht.« Staunend bemerkte sie, dass sie ebenso unbeteiligt darüber sprechen konnte wie die Mädchen im Haus Justine, fast so gleichgültig, als berichte sie von einer Zahnbehandlung. Sie hätte gedacht, dass diese Wahrheit viel schwerer von den Lippen käme.

Höher glitt die Hand, fühlte den nackten Schoß. »Oh, kein Höschen? Sonst hast du doch immer eines an.«

»Es ist mir nicht mehr erlaubt.« Cornelia sah keinen Grund, ihre Kleiderregeln zu verschweigen.

»Darfst du nie eins anhaben?«

»Nein, nie.«

»Und gibt es auch eine Regel, die dir vorschreibt, wie du zu sitzen hast?«

»Du hast es erfasst.«

»Und du hältst dich daran, obwohl es keiner sieht?«

Alles, so dachte Cornelia, musste sie nun wirklich nicht verraten, zum Beispiel nicht, dass man sie kontrollierte. Sie verschwieg die beschämende Szene heute Morgen auf der Treppe. »Es ist besser für mich, die Regeln einzuhalten.«

»Das alles klingt unglaublich.« Ich hätte nicht gedacht, dass es so etwas wirklich gibt. Es muss schrecklich sein Ö« Das Unglaubliche stieß sie aber nicht ab, ihre Hand blieb, wo sie war, entfachte wohliges Kribbeln mit ihrem zärtlichen Streicheln. Sie sah Cornelias fragenden Blick, als sie sich dem Theater näherten, und schüttelte den Kopf: »Nein, nicht anhalten.«

Erlöst fuhr Cornelia an der Haltebucht vorüber, froh darum, ihre Freundin nicht verloren zu haben, deren Zuneigung ihr wichtig war, wichtiger vielleicht als bisher geglaubt (und auch, weil es Leopolds Auftrag zum Treffen mit ihr gab, es war besser für sie, ihn nicht zu enttäuschen). Doch gab es noch mehr zu bekennen, das Wesentliche, das Olivia noch nicht wusste, und noch mehr Unerhörtes zu zeigen. Cornelia bereitete sie auf den Anblick nicht vor, da ihr die geeigneten Worte fehlten.

Zu Hause angekommen setzte sie in der Küche einen Kaffee auf. Der Wasserkocher blubberte mächtig und dampfte wie eine alte Lokomotive, er gehörte mal wieder entkalkt. Der Kaffee geriet ein bisschen stark, schmeckte etwas bitter, sie hätte bei der Dosierung des Pulvers doch besser aufpassen sollen. Ihr Blick wich dem Olivias aus und sie überlegte sich, ob sie vielleicht den ganzen Abend hier in der Küche verbringen könnten, in der es doch auch gemütlich war, warm und still. Der herabgelassene Rollladen schützte vor der Außenwelt. Olivia aber öffnete die Tür zum Wohnzimmer, um den Kaffee dort zu trinken, wie sie es immer taten. Wie angewurzelt blieb sie stehen. »Oh.« Ehrfürchtig wie beklemmende Folterwerkzeuge in einem Museum starrte sie die Ketten an, die ungerührt von der Decke baumelten. »Daran ist es geschehen?«

Cornelia nickte.

»Kannst du sie nicht abnehmen?«

»Dafür braucht man einen Schlüssel, den habe ich nicht.«

»Und wenn Besuch kommt?«

Ratlos zuckte Cornelia mit den Achseln.

»Kann dieser Mann über dich bestimmen, wie er will?«

»Ja, das kann er. Ich gehöre ihm. Er hat mich gekauft.«

»Was? Gekauft?«

»Ja, gekauft. Ich bin seine Sklavin.« Cornelia fühlte sich erleichtert, wie erlöst. Endlich war es ausgesprochen, das schmähliche Wort, das so viele wohlige Gefühle barg. Sie gehörte ihm, konnte sich fallenlassen, musste nur tun, was er verlangte, dann gab es keine Sorgen mehr, war sie aller Zweifel enthoben, geborgen in seinen Instruktionen, seinen Regeln, seinen Wünschen wie hinter festen Mauern, wo ihr nichts geschehen konnte, dazu gesegnet mit der finsteren Lust, die ihr die Hingabe und die Furcht vor der Peitsche schenkten. »Ich bin seine Sklavin«, wiederholte sie. »Er bestimmt über mich, ich verehre ihn.«

Olivia reagierte anders als erwartet (und befürchtet), nicht verständnislos, nicht schockiert, nicht verächtlich, sondern besorgt, bekümmert, als fürchte sie, zu kurz zu kommen. »Und ich? Gibt es für mich noch Platz?«

»Wenn du dich mit einer Sklavin einlassen willst?«

»Ich habe mich längst mit ihr eingelassen und finde sie faszinierend.«

»Wenn das deine Eltern wüssten.« Mahnend hob Cornelia den Zeigefinger.

»Und deine erst mal.«

»Sie würden sagen, dass ich es nicht besser verdient habe.« Das aber war das falsche Thema. Sie nahmen Platz, Olivia wie magisch angezogen auf dem Sessel der Schändung, wie Cornelia ihn für sich nannte, und sie selbst auf dem Sofa. Schweigend tranken sie ihren Kaffee und immer wieder schweiften die Blicke zu den Ketten, die Cornelias Gefühle schaurig kribbelnd wieder aufleben ließen und in Olivia eine blasse Ahnung dieser Gefühle weckten. Kaum hatte sie ihre Tasse leer getrunken, holte Olivia ihre Umhängetasche aus der Küche und ging ins Bad.

Es dauerte nicht lange, bis sie wieder erschien. Sie trug schwarze Stöckelschuhe und ein schwarzes durchsichtiges Nachtkleid, am Busen und an den Säumen mit feiner Spitze besetzt, unten schräg geschnitten. Es ähnelte dem, das Georg am Telefon beschrieben hatte, sah an ihr aber sicherlich verführerischer aus. Zielbewusst wie ein Mann, nur zärtlicher, öffnete sie den Reißverschluss von Cornelias Kleid, streifte es ihr ab, küsste ehrfürchtig die Striemen, die Cornelia vorn bis zum Schoß hoch zeichneten, am Rücken bis zum Schulterblatt. Ihre Lippen lösten sich und zum Flüstern dämpfte sie die Stimme, als dürfe sie nicht laut über ihn reden: »Wie heißt der Mann eigentlich, der dir so etwas antut und dem du gehörst?« »Leopold.«

»Ein komischer Name … Geht er auch hinten in dich rein?«

»Ausschließlich. Das Normale mag er nicht, nur noch den Mund.«

»Es hätte mich gewundert, wenn es anders wäre. — Machst du mir wieder das Gummi rein?«

»Willst du dich für ihn bereitmachen?«

»Ich will es nur fühlen … Es war sehr aufregend beim letzten Mal.«

Für einen Moment überlegte Cornelia, sie auf den Sessel knien zu lassen, wie Leopold es mit ihr gerne tat. Aber nein, eine solch obszöne Stellung war nur der Untergebenen vor dem Gebieter angemessen, nicht der Freundin und Geliebten. Sie holte ein Stückchen Butter aus der Küche und sah bei der Rückkehr ins Wohnzimmer, dass sie zu viel Rücksicht nicht nehmen musste, sich die Geliebte offenbar danach sehnte, zur Untergebenen zu werden. Olivia kniete vor dem Sofa mit geöffneten Beinen und hochgerafftem Kleid, ihr Gesicht lag auf dem Polster neben dem dunklen Fleck von gestern, erwartungsvoll wiegte sich der einladend dargebotene Po. Behutsam strich Cornelia die Butter hinein und nahm den Plug aus dem Fach des Schrankes, wählte den größeren, konnte ihn ja immer noch gegen den kleineren tauschen. Geleitet von ihrer sanften Hand bahnte er sich seinen Weg, versank in der zuckenden Öffnung, trieb ein qualvoll brünstiges Stöhnen von Olivias Lippen, sog sich fest, saß tief und unverrückbar, der Beleibte würde seine Freude an einem solch tauglichen Mädchen haben.

Olivias Begehren war schier grenzenlos, sie verschlang Cornelia mit glutvollen Küssen, grub die Zähne in ihren Schoß wie ein hungriges Tier, schenkte einen Schatz voll Wonne, liebte die neu geschaffene Sklavin wilder als die vermeintlich freie Frau zuvor, als habe diese die Macht, die Welt der Fantasie in ersehnte Wirklichkeit zu wandeln.

»Es ist wunderschön mit dir«, sagte sie, als sie gegen Mitternacht zu Bett gingen und unter die warme Decke krochen. Jetzt erst entdeckte sie im schwachen Schein der Nachttischlampe die Peitsche und die Gerte an der Wand, die ruhenden Brandstifter, die in ihr die Ehrfurcht weckten, die Leopold von Cornelia verlangte (und erhielt). »Die siehst du jeden Morgen beim Aufwachen?«

»Deshalb hat Leopold sie dort aufgehängt.«

»Weißt du, wann er das nächste Mal kommt?«

»Nicht genau. Aber am Dienstag vermutlich. Das ist sein Tag.«

Olivias Küsse verscheuchten das Bangen, ihre Zärtlichkeit versüßte den Schlaf.

Diese Leseprobe ist ein Auszug aus dem erotischen eBook „Haus Justine“ von Jürgen Bruno Greulich.

Hier kannst Du das eBook „Haus Justine“ kaufen: 

  1. Bei Amazon: Haus Justine Cover eBook BDSM

 

  1. Bei Giada.Berlin: Haus Justine Cover eBook BDSM